Top Trends für das Content Management 2020

Headless, Serverless, JAMstack...

Top Trends für das Content Management 2020

Headless, Serverless, JAMstack... die Digitalisierung schreitet rasant voran, Websites müssen sich künftig noch schneller neuen Gegebenheiten anpassen und mehr und besseren Content anbieten. Dafür sind tragfähige Content Management Systeme (CMS) unabdingbar. Erfahren Sie, welche 10 Trends 2020 bei der Wahl eines neuen CMS ausschlaggebend sind.

Top Trends für das Content Management 2020

2020 ist ein Unternehmen im Netz vertreten - oder nicht mehr aktiv. Es werden nur noch die Firmen Bestand haben, deren Web-Auftritt umfangreich die Bedürfnisse der Nutzer und des modernen Web-Alltags ernst nimmt. Ohne ein Content Management System geht das längst nicht mehr, knapp 60 Prozent aller Websites werden von einem solchen CMS gespeist.

Welches ist das beste? Aktuell stehen mehr als 650 verschiedene Systeme zur Auswahl – davon haben jedoch nur zehn Prozent einen Marktanteil von über einem Prozent. In anderen Worten: Wenige Systeme dominieren den Markt, angeführt wird das Feld mit großem Vorsprung von WordPress, darauf folgen Joomla, Drupal und TYPO3.

Sie stellen unterschiedliche Funktionen für unterschiedliche Web-Projekte zur Verfügung. Wie finden Anwender das für sie geeignete CMS? Bei Einführung eines neuen CMS müssen – passend zum jeweiligen Business Case – die verschiedensten Faktoren berücksichtigt werden, etwa die Usability, Skalierbarkeit, Erweiterbarkeit, Sicherheit, Content Delivery oder auch Collaboration. Und natürlich die Kosten für die Anschaffung, den Betrieb, Wartung und Pflege, Schulungen, etc.

Ebenfalls Berücksichtigung finden müssen diverse Trends, die direkte Auswirkungen auf das CMS haben können. Für 2020 sollten zweifelsfrei folgende zehn Entwicklungen bei der Auswahl eines CMS beachtet werden:

1. Trend: Digitalisierung

Im Zuge der digitalen Transformation hat sich unser aller Leben erheblich gewandelt. In erster Linie ist alles MEHR geworden (bis auf Zeit und Geld): Es gibt immer mehr Internet-fähige Devices, mehr Anwender, mehr Software, mehr Verwaltung, mehr Content, mehr Anwendungen, mehr Transaktionen, mehr Kommunikation. Das spiegelt sich auch in den Websites im Internet wieder: Nach dem einfach gestrickten Web 1.0 folgte eine Social Media-Welle („Web 2.0“), dann mussten Internet-Auftritte „Multi-sited“ werden und ihre Vernetzung immer weiter ausdehnen, etwa auf Kunden, Partner und Mitarbeiter.

2019 zählten zu den Basisanforderungen einer Site u.a. Applikationen, Content Shops, Management, CRM, Search, E-Mail Chat, Analytics, Marketing, Automation, Intranet, Social Media, ERP, Formulare, Payment, Self Service, etc. etc. etc. - das kann ein CMS nur schultern, wenn es eine Cloud in der Hinterhand hat. Daher lautet der zweite wichtige Trend:

2. Trend: CMS aus der Cloud

Für eine Website muss 2020 kein Content Management System mehr installiert werden, es kommt einfacher und sinnvoller „as a Service“ ins Unternehmen. Das spart sowohl in Bezug auf die Installation als auch die Systemadministration immens Zeit und Geld und ist mithin genauso sicher wie der Betrieb im eigenen Rechenzentrum, mutmaßlich sicherer. Nicht zu vergessen die schrankenlose Skalierbarkeit sowie die Aussicht, nur für das zu bezahlen, was man auch wirklich nutzt („Pay per Use“).

Um alle Vorteile der Cloud nutzen zu können – die leidlich bekannt sind und hier nicht mehr aufgezählt werden müssen –, darf das CMS nicht in der Privat Cloud gehostet werden sondern muss in einen echten Cloud-Stack integriert sein. Nur das erlaubt eine einfache Orchestrierung von Diensten sowie die bekannt sehr hohe Verfügbarkeit.

3. Trend: Usability & User Experience (UX)

Die Kundenorientierung ist ein zeitloser Trend, den man auch 2020 definitiv berücksichtigen muss, will man wirtschaftlich erfolgreich sein. Das Problem mit dem Content Management ist, dass die Systeme von Entwicklern geschrieben werden, die denken wie Entwickler (und nicht wie Anwender). Auch Power User im Marketing bringen sich gerne in die Entwicklung eines CMS ein, die Bedürfnisse „normaler“ Nutzer können da schon einmal untergehen.

Bei der Auswahl eines neuen CMS dürfen daher keineswegs zwei wichtige Faktoren unberücksichtigt bleiben: Der nötige Lernaufwand für die Nutzer, die über unterschiedliche Skills verfügen, sowie deren spätere Zusammenarbeit, die über das System erfolgen wird. Gute Usability eines CMS zeichnet sich durch eine einfache Bedienbarkeit aus inklusive WYSIWYG und Auto-Saving, einen geringen Schulungsaufwand, einen modularen Aufbau mittels Bausteinen beziehungsweise Widgets, die Möglichkeit der Erweiterung, Drag-and-Drop, Echtzeit-Kollaboration und einem möglichst großen Spaßfaktor für die Redakteure.

4. Trend: Frameworks

Frameworks, nicht zuletzt aus dem Open Source-Umfeld, liefern zusammen mit der Cloud eine stabile Basis für den Aufbau von Websites. Frameworks sparen Zeit und Kosten, bringen Entwickler durch Vorfertigung schneller zum Ziel, verkürzen die Time to Market, senken die Projektkosten, verringern den Code-Umfang und damit auch die Fehlerquote. Sites sind dadurch leichter wartbar und können leichter erweitert werden. Um all diese Vorteile bieten zu können, sollte ein CMS folglich populäre Open Source Front-End Frameworks wie Bootstrap unterstützen.

Dieses freie Front-End-CSS-Framework ist nach Ansicht vieler Experten hier das Mittel der Wahl. Es enthält auf HTML- und CSS-basierende Gestaltungsvorlagen für Typografie, Formulare, Buttons, Tabellen, Grid-Systeme, Navigations- und andere Oberflächengestaltungselemente sowie zusätzliche, optionale JavaScript-Erweiterungen. Das ist wichtig, ist JavaScript unter Entwicklern doch mittlerweile populärer als Phython, Java, PHP und die verschiedenen C-Derivate.

5. Trend: Content Delivery Networks

Geschwindigkeit ist in der IT alles, auch Anwender haben durch langsame Websites bereits Ärger oder Stress erfahren. Studien zeigen uns, dass 71 Prozent der Anwender regelmäßig genervt sind, wenn Webseiten verzögert reagieren. 40 Prozent entscheiden sich gar, eine Website in so einem Fall nie wieder zu besuchen. Um die Conversion Rate zu erhöhen, müssen Websites in weniger als 2,4 Sekunden geladen sein - jede weitere Sekunde senkt die Rate bis hinab zur Performance Poverty Line.

Um Content global und mit möglichst geringer Latenz verteilen zu können, muss sich kein Unternehmen mehr eine eigene Infrastruktur leisten. Content Delivery Networks übernehmen den Job. Dabei handelt es sich um einen Verbund aus Edge Servern, die für die Bereitstellung von Inhalten in Web- und Streaming-Anwendungen verantwortlich sind. Mit Diensten wie dem Amazon CloudFront CDN lässt sich weltweit eine optimale und ausfallsichere Web-Performance selbst bei Lastspitzen erzielen, und das zu einem fairen, da verbrauchsabhängigen Preis. Ein gutes CMS muss daran anbinden und die skalierbaren Speicher- und Auslieferungskapazitäten des CDN nutzen können.

6. Trend: Integration mit Digital Marketing

Dem Digital Marketing kommen im Unternehmen wichtige Aufgaben zu, unter anderem müssen relevante Produkt- und Unternehmensinformationen stets aktuell für den Nutzer bereitstehen. Digital Asset Management, Lead Generation und Conversion Tracking seien als weitere Herausforderungen genannt. Kunden sollten jederzeit und über die verschiedensten Kanäle angesprochen werden können, ihre Bedürfnisse und Wünsche möglichst proaktiv erkannt und befriedigt werden.

Dafür muss eine Website mit umfangreichen Funktionalitäten ausgestattet sein und Landing Pages, CRM-Integration, Kampagnen-Management und Social Media bieten. Das alles zielt auf eine höchstmögliche Personalisierung ab, maßgeschneiderte Kommunikationsangebote binden den Kunden aktiv ein. Ein CMS muss dafür Zeitzone, Aufenthaltsort, das genutzte Endgerät und nicht zuletzt das Klick-Verhalten des Anwenders erkennen und darauf reagieren können, etwa durch die Integration von Content-Modulen in Web-Applikationen.

7. Trend: Sicherheit

Security Exploits sind eine beständige Bedrohung für Websites und deren CMS. WordPress ist das mit Abstand am meisten gehackte System, aber auch alle anderen CMS stehen unter Dauerfeuer. Um dem standzuhalten, muss ein CMS höchsten Standards bezüglich des Datenschutzes, zementiert in Regelungen wie der DSGVO, genügen. Zertifizierte Verfahren zur Sicherung der eingesetzten Frameworks und automatische Updates für Zero Maintenance sollten ebenso selbstverständlich sein wie der Remote-Zugriff ausschließlich über einen Dienst („Serverless“). Zwei weitere Grundpfeiler jeder CMS-Sicherheitsstrategie sind die Zugriffskontrolle und die Verschlüsselung vertraulicher Daten – sowohl bei der Speicherung als auch im bei der Übertragung von Daten.

8. Trend: Search Engine Optimization (SEO)

Die Suchmaschinen-Optimierung (SEO) sorgt dafür, dass Websites im Internet leicht gefunden werden. Die dafür zu nennenden Schlagwörter können von Search Engine Marketing (SEM)-Agenturen stammen, oder Anwender nehmen im CMS diese sogenannte On- und Off Page-Optimierung selber vor. Mit dem richtigen CMS kann eine Website Schritt für Schritt für Suchmaschinen optimiert werden.

Praktisch alle zeitgemäßen Systeme ermöglichen die automatisierte Pflege von Meta-Attributen. Neben dem Titel einer Website gehören dazu auch Description und Keywords. Das CMS sollte zudem semantisches Markup unterstützen und die Bezeichnungen von Bildern und anderen Assets genauso wie Mobile Frameworks berücksichtigen.,

9. Trend: eCommerce

eCommerce-Websites sind eine Wissenschaft für sich, beispielsweise stellt die Lieferung von Getränken innerhalb einer Stunde – um nur ein Beispiel unter vielen zu nennen – enorme Anforderungen an die Logistik. Lieferanten, Partner und Kunden müssen „Multi-sided“ angebunden sein, zusätzlich muss umfangreich Content angeboten werden, denkbar wären Produktbeschreibungen, Rezepte, Anwendungsfälle oder Geschenkideen. Hinzu kommen teilweise umfangreiche Kommentarfunktionen – heutzutage kommt dem Nutzer gleichzeitig die Rolle des Redakteurs zu, beispielsweise wenn er ein Produkt oder eine Dienstleistung bewertet.

Hier muss das CMS dafür sorgen, dass das Front-End des Shops nahtlos mit den zentral abgelegten Inhalten verbunden ist. Es gilt via API das Zusammenspiel mit einer Web Application oder einem Shop-System zu managen und Produkte als Assets zu verwalten. Auch eine interne Suchfunktion sowie die SEO-Optimierung müssen vom CMS mitberücksichtigt werden.

10. Trend: Compliance

Die Compliance-Anforderungen an Unternehmen werden beständig mehr, das muss sich auch im CMS widerspiegeln. Mittels Zertifikaten muss nachgewiesen werden können, dass das System rechtskonform mit Daten umgeht, als da wären ISO 27001, SOC 1/SSAE 16/ISAE 3402, und PCI DSS Level 1.


Werden Sie nicht kopflos 

Die Anforderungen bezüglich Compliance lassen sich relativ leicht erfüllen, etwa durch das Hosting des CMS bei Amazon Web Services. Dadurch hat es automatisch bereits mehrere Zertifizierungen erfolgreich durchgeführt. Darüber hinaus kann praktisch allen genannten Trends mit neuen Technologien und Funktionen wie JAMstack, Serverless & Microservices begegnet werden.

JAM steht für JavaScript, APIs und Markup. Es handelt sich um eine schnell enorm populär gewordene Entwicklungsarchitektur, die auf Client-seitigem JavaScript, wiederverwendbaren APIs und vorgefertigtem Markup basiert. Eine JAMstack-App kann HTML-Code verwenden, anstatt Dokumente auf dem Server live zu rendern. Dies sorgt für schnellere Ladezeiten und reduziert Sicherheitsrisiken. JAMstack macht es darüber hinaus viel einfacher, Inhalte von APIs von Drittanbietern einzubeziehen. JAMstack wird wie Microservices, Container und Serverless zu den „Cloud Native“ genannten neuen Technologien gezählt. Sie sorgen dafür, dass Anwendungen in Multi Cloud-Umgebungen aus Microservices - zusammengefasst in Containern und flexibel ohne festen Server - schnell zusammengestellt werden können.

Zusätzlich stellen sich auch Fragen wie „Kopf ab“ oder „Kopf dran“. Damit wird auf jüngste Entwicklungen beim CMS angespielt, die als Headless CMS bezeichnet werden. Es kann Inhalte über verschiedene Hardwareplattformen hinweg mit höchster Effizienz organisieren und anzeigen. Im Gegensatz zu herkömmlichen CMS, bei denen das Back-End-CMS (= der Körper) direkt mit dem Front-End-Frame (= der Kopf) verbunden ist, agieren Headless CMS-Systeme jedoch buchstäblich kopflos – Content aus dem Back-End-CMS wird über APIs anstelle eines separaten Heads auf Hardwaregeräten angezeigt.

An diesem Beispiel ist ersichtlich, dass die Wahl, die Implementierung und das Deployment eines CMS am besten mit einem Experten an seiner Seite durchgeführt wird. Nur dieser kennt die neusten Trends und weiß wie ein Content Management System optimal darauf reagiert. Damit Ihre Inhalte jederzeit an den richtigen Adressaten gelangen.


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