Die Digitalisierung der Finanzbranche - die wichtigsten Zukunftstrends im Finanzsektor

Bernd Völcker im Fokus

Bernd Völcker ist Diplom-Kaufmann der Freien Universität Berlin, hat an der San Francisco State University im Masterprogramm Computer Science studiert und ist geprüfter EDV-Sachverständiger. Der Gründer und Vorstand der Infopark AG engagiert sich in Projekten, die innovative Internet-Technologien mit digitalem Marketing und Geschäftsprozessen verbinden. Er ist bei Infopark für Projekte, Beratung, Marketing und Account Management zuständig und unterstützt Kunden bei der Entwicklung von Web-Strategien und bei der effektiven Umsetzung von Web-Projekten.

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Bernd Völcker über die Digitalisierung der Finanzbranche - die wichtigsten Zukunftstrends im Finanzsektor

Was wir in der Finanzbranche heute erleben, ist Bernd Völcker zufolge nur die Spitze des Eisbergs. Und natürlich sind die aktuellen Umbrüche in diesem Sektor neben der Digitalisierung auch noch von anderen Herausforderungen geprägt. Völckers Einschätzung nach wird der ganze Sektor wie wir ihn heute kennen von digitalen Diensten im Internet vollständig substituiert werden. “Es ist nur eine Frage der Zeit”, betont der Infopark-Gründer. Banken und Versicherungen stehen in der Wertschöpfungskette genau auf der Man-in-the-Middle-Position, die ihm zufolge im Internet-Zeitalter überflüssig geworden ist. Anbieter und Nachfrager werden in Zukunft direkt miteinander kommunizieren und die Transaktionen miteinander abwickeln. Dies könne man laut Völcker bereits heute exemplarisch beim Austausch von digitalen Assets über Blockchains oder ganz einfach bei Peer-2-Peer Kreditplattformen sehen. “Viele meinen ja, dass unser Euro eine echte Sache sei und beispielsweise Bitcoins nicht real seien. Dabei ist es in Wirklichkeit genau umgekehrt: Der Euro ist als Fiat-Währung völlig virtuell, während Bitcoins durch den Proof-of-Work einen realen Wert haben.”, so Völcker. Er ist sich zwar sehr sicher, dass die Facetten der Finanzbranche in ihrer heutigen Form durch etwas neues ersetzt werden, doch kann er nicht vorhersagen, wann dies passieren wird. Von der Schallplatte bis zu Spotify habe es knapp 30 Jahre gebraucht, mit den Zwischenschritten mp3, Compact Disk, Napster, iPod und iTunes.

Völcker vermutet, dass Lobbyisten, mit Hilfe von Regulierungen und Verordnungen den Sterbeprozess der Finanzbranche durch ein Rückzugsgefecht möglichst lange hinziehen wollen. Als Beispiel nennt er hierfür das Mobile-Payment. In vielen Ländern ist mobiles Bezahlen heute völlig normal, in Deutschland hingegen dank hiesiger Banken noch weitestgehend ungenutzt. Völcker ist der Ansicht, dass die Geschwindigkeit des Wandels stark von der Konsumentenakzeptanz abhängen wird und die Konsumenten sich bei der Wahl ihrer Dienstleister gerade im vertrauens-sensitiven Finanzbereich an starken Marken orientieren werden. Die digitalen Marken von Apple, Google, Tencent, Alibaba oder Paypal sind heute mindestens so stark wie das Logo der Sparkasse, doch haben diese viel mehr Daten. Abschließend stellt Völcker fest: “Vielleicht hilft dem Finanzsektor der aktuelle Umbruch auch: Nichts wirkt so katalysierend für Hemmnisse der digitalen Transformation wie eine gute, substanzielle Krise.” 


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