Der Stand der Digitalisierung in Deutschland - So digital ist Deutschland wirklich

Bernd Völcker im Fokus

Bernd Völcker ist Diplom-Kaufmann der Freien Universität Berlin, hat an der San Francisco State University im Masterprogramm Computer Science studiert und ist geprüfter EDV-Sachverständiger. Der Gründer und Vorstand der Infopark AG engagiert sich in Projekten, die innovative Internet-Technologien mit digitalem Marketing und Geschäftsprozessen verbinden. Er ist bei Infopark für Projekte, Beratung, Marketing und Account Management zuständig und unterstützt Kunden bei der Entwicklung von Web-Strategien und bei der effektiven Umsetzung von Web-Projekten. 

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Bernd Völcker über den Stand der Digitalisierung in Deutschland - So digital ist Deutschland wirklich

Als Gründer und Vorstand der Softwarefirma Infopark AG, ist Bernd Völcker viel auf Reisen und kann aus eigener Anschauung bestätigen: “Deutschland ist bei der Digitalisierung leider abgeschlagen, verglichen mit seinem Niveau in klassischen Industrien.” Im europäischen Ausland sowie in Amerika oder Asien ist man teilweise deutlich weiter. Das Problem hierbei ist laut Völcker nicht fehlendes Wissen oder Ressourcenmangel, sondern die langsame Umsetzung, die durch einen Konsens- und Planungs-Exzess ins Zeitlupentempo entschleunigt wird, während andere Länder oft Ideen kopieren und überholen. “Im Gegensatz zu Deutschland gehen diese Länder das Thema Digitalisierung agiler, experimentierfreudiger und optimistischer an.”, so Völcker. Dort stehe, seiner Meinung nach, die Begeisterung für Chancen und Möglichkeiten im Vordergrund. Als Beispiele für den falschen Ansatz der Digitalisierung in Deutschland nennt Völcker den neuen EU-Datenschutz (DSGVO), das Leistungsschutzrecht, die diskutierte Digitalsteuer, die geplanten Einschränkungen im Wettbewerbsrecht und die neue Privacy Richtlinie. Die Kräfte der Digitalisierung werde man damit nicht regulieren. Völcker zufolge birgt unser aktuell hoher Wohlstand das Risiko der digitalen Trägheit in sich. “Gäbe es in Europa eine schmerzhafte Notlage oder würde man begreifen, dass es fünf vor zwölf ist, dann würde es vermutlich weniger sinnlose Verordnungen und mehr wettbewerbsfähige digitale Produkte geben.”, so Völcker.

Unter den Top 20 Anbietern im Technologie-Bereich kommt nicht ein Anbieter aus Europa. Die Wertschöpfung entsteht demnach in anderen Ländern. Völcker stellt fest: “Weite Teile der Politik und die Mehrheit der Bürger hat keine ausreichende digitale Kompetenz, verweigert sich teilweise der Digitalisierung und will nicht wahrhaben, was dies für die Zukunft von Europa bedeutet.” Völckers Meinung nach werden zur Erhaltung unseres Wohlstandsniveaus keine in Gesetze gegossenen Ideologien beitragen, sondern nur verkaufte digitale Top-Produkte, welche entweder wir selbst oder andere für uns entwickeln werden. 

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