Die Brandwatch Social Media Trends für 2016

Welche Trends die digitalen Marketingstrategien von Marken dieses Jahr beeinflussen könnten.

Stefan
Social Media Trends

Brandwatch Social Media Trends für 2016 - Ein Gastbeitrag aus dem Brandwatch Blog

Brandwatch ist mit der Marketing Direktorin Susanne Ullrich am 6.6. auf der relaunch Konferenz in Hamburg vertreten. 


1. Teenager servieren Facebook ab

Es begann alles Ende 2013, als Facebooks CFO David Ebersmann einen „leichten Rückgang“ in der Facebook-Nutzung von jungen Teens zugab.

In 2014 zeigte eine Studie vom digitalen Beratungsunternehmen iStrategy Labs, dass 25 Prozent der Teenager die Seite verlassen haben.

Sogar diejenigen, die noch einen Account besitzen, bevorzugen zunehmend andere Soziale Netzwerke. Eine halbjährlich erscheinende Umfrage von Piper Jaffray enthält einige beunruhigende Zahlen für Facebook.

2012 bevorzugten noch 42 Prozent der Teenager Facebook als das Netzwerk Nummer eins, in 2015 fiel diese Zahl auf 15 Prozent.

Der Großteil der Jugendlichen löschen ihren Account nicht, aber nutzen Facebook nicht mehr als ihr bevorzugtes Soziale Netzwerk. 2016 wird sich der Trend weiter verstärken und Instagram, Twitter und Snapchat werden in der Hierarchie der Social Networks aufsteigen.


2. Der einzelne Kunde

Marken werden damit beginnen, die verschiedenen Informationen über ihre Kunden zu verknüpfen und Twitter Ads, Email-Anmeldungen, LinkedIn-Profile usw. nicht länger separat betrachten.

Das Verständnis dafür, wer die Kunden sind, die sich über verschiedene Medien bewegen, wird von entscheidender Bedeutung werden.

Kunden kommunizieren über die Kanäle, die sie bevorzugen und nicht jene, die die Marken präferieren.

Die Möglichkeit, Kunden und Kontakte über verschiedene Kommunikationsformen tracken zu können, wir immer wichtiger, da Kunden immer mehr mit Unternehmen über viele verschiedene Wege kommunizieren.

Das ist eine Veränderung, die sich bereits abzeichnet und Marken müssen sicherstellen, dass sie von ihren Konkurrenten nicht abgehängt werden.

Kunden werden dies schnell als Standard ansehen. Marken, die potentielle Kunden über multiple Channels tracken, können sich Wissen aneignen, dass darüber entscheiden kann, ob sie diesen für sich gewinnen.


3. Social als Entdeckungsort

Wie wir bereits früher in der Serie berichtet haben, stellten Instagram, Pinterest und Facebook neue Suchfunktionen vor. Diese Veränderungen könnten sich als Chancen für clevere Marken herausstellen. Unternehmen werden experimentieren, um herauszufinden wie sie von diesen Updates profitieren können.

Zum Beispiel könnten Agenturen Dienstleistungen für die Verbesserung von Social Search neben dem traditionellen SEO anbieten.


4. Steigende Social Werbeausgaben

2015 haben Facebook, Twitter, Instagram, Pinterest und LinkedIn stark in ihre Werbeplattformen investiert. Neue Features ermöglichen den Marken mehr Möglichkeiten mit dem Publikum in Verbindung zu treten.

Diese Perfektionierung der Werbeplattformen wird den Betrag an Werbeausgaben auf Social ansteigen lassen.

Laut Prognosen werden die Einnahmen aus Social Media Werbemaßnahmen von nur 6,1 Millionen Dollar in 2013 auf 11 Milliarden Dollar in 2017 steigen.

Der Anstieg von Ad-Blocker Software wird diese Veränderung außerdem vorantreiben. Mit vielen Werbeformaten, die immer mehr an Sichtbarkeit verlieren, stellen Social Media Werbung und Native Advertising eine attraktive Alternative für Marken dar.


5. Social Media als Marktplatz

Facebook, Twitter, Pinterest, Instagram, YouTube und Google.

Alle haben vor kurzem einen Kauf-Button vorgestellt und hoffen darauf, das „Browsen“ in Käufe zu verwandeln.

Die Vorteile für diese Seiten ist offensichtlich: Neben den zusätzlichen Einnahmen aus dem Social Commerce, wird das Engagement von Marken ansteigen und es können mehr wertvolle Userdaten gesammelt werden.

Für Marken eröffnen sich neue Verkaufswege und die Kaufserfahrung, direkt von der Social Seite der Marke, wird vereinfacht.

Der Anstieg von Seitenaufrufen via Mobile spiegelt sich nicht im mobilen E-Commerce wieder, aber das sollte sich ändern, wenn Konsumenten den Kauf-Button annehmen und nutzen.


6. CMOs werden CIOs bei Technikausgaben überholen

Der Marketingbereich wird immer technikbasierter. Das führte zu der Prognose, dass CMOs bald die CIOs überholen, was die Ausgaben im Unternehmen für Technologien angehen.

Gartner berichtete, dass IT Budgets etwa 3,6 Prozent der Einnahmen in Anspruch nehmen, während es beim Marketing 10 Prozent sind.

Da die Bedeutung von Big Data zunimmt und sich Unternehmen davon einen Wettbewerbsvorteil erhoffen, werden die Ausgaben in diesem Bereich weiter zunehmen.


7. Social Media über alle Abteilungen hinweg

Wir sehen eine Entwicklung, in der Social Media in immer mehr Bereichen Anwendung findet und nicht nur in den Abteilungen Marketing und PR.

Der Wert von Sozialen Daten für die Recherche- und Produkt-Abteilungen ist offensichtlich, aber auch Rechts- oder Sicherheitsabteilungen erkennen zunehmend, wie Soziale Datensets die tägliche Arbeit unterstützen können.

Dieser Trend wird sich 2016 verstärken und Social Analytics wird Platz in einer Bandbreite von Abteilungen wiederfinden.


8. Perfektionierung des Influencer Marketings

Die Vorteile von Influencer Marketing ist von vielen Marken längst erkannt worden.

Das Bekanntwerden von großen Erfolgen löste eine große Begeisterung für das Influencer Marketing aus, aber führte auch dazu, dass einige Marken es als das Allheilmittel für Online-Marketing ansahen.

Es gibt das abschreckende Beispiel eines Unternehmens, das Kim Kardashian dafür bezahlte über deren Produkte zu twittern.

Kardashian hat 15 Millionen Follower, wenn man nur die Impressions und Reichweite analysiert, kann man die Kampagne als erfolgreich betrachten.

Aber ein genauerer Blick auf die Zahlen erzählt etwas anderes: von den 15 Millionen Followern besuchen 1.200 die Webseite, 30 davon gaben eine Bestellung auf, die im Durchschnitt 30 Dollar Wert hatte.

Der ROI ist ein wichtiger Punkt, um zu sehen, ob sich die Bemühungen im Influencer Marketing ausgezahlt haben und aus den Ergebnissen können Marken ihre Aktivitäten anpassen und verbessern.

Wenn Sie erwarten, dass sich Ihre Influencer-Bemühungen in große Erträge verwandeln, müssen Sie zuvor eine detaillierte Recherche durchführen, wie relevant der Influencer wirklich für Ihr Unternehmen ist.


9. Die Tech-Blase flacht ab

Es gibt Anzeichen dafür, dass die Blase rund um Silicon Valley anfängt zu platzen.

Das Ganze wird nicht so katastrophal werden wie in 2000, aber kürzliche Ereignisse lassen darauf schließen, dass realistischere Bewertungen Einzug halten.

Der Hype flacht ab. In den letzten paar Monaten haben Square, Dropbox und Snapchat ihre eigenen Einschätzungen heruntergeschraubt.


10. Neue Spieler in der Social Welt

Abschließend stellen wir zwei weitere große Änderungen vor, die sich in der Sozialen Welt dieses Jahr abspielen werden.

Wenn man sich die Regelmäßigkeit ansieht, in der in der Vergangenheit neue Dienstleistungen und Plattformen aus dem Nichts erschienen, stehen die Chancen nicht schlecht, dass zwei neue Spieler auf den Markt kommen.

Sie werden versuchen, auf dem hart umkämpften Markt von Facebook, Twitter und Instagram, auch ein Stück vom Kuchen abzubekommen.


Susanne Ullrich, Brandwatch auf der relaunch Konferenz

Live können Sie Susanne Ullrich am 6.6. in Hamburg auf der relaunch Konferenz erleben.

Susanne Ullrich, Marketing Director DACH/FR Brandwatch

Susanne Ullrich ist Marketing Director DACH/FR bei dem internationalen Social Media Monitoring Tool-Anbieter Brandwatch. Bevor sie vor fast 4 Jahren zu Brandwatch kam und dort das Marketing für die DACH-Region aufbaute, war sie bei einem Suchmaschinenspezialisten im Bereich Kommunikation & Kooperationen sowie in einer Agentur als Account- und Projekt-Manager tätig. Im Social Web ist sie schon seit langer Zeit aktiv, genauso im Bundesverband der Digitalen Wirtschaft (BVDW) – aktuell als stellvertretende Vorsitzende der Fokusgruppe Social Media. Sie ist überzeugt, dass Frauen in der digitalen Branche sichtbarer werden sollten und engagiert sich daher im Team der Digital Media Women.