Die Zukunft des Drucks

Wer den 3D-Druck immmer noch für kindische Spielerei hält, der denkt nicht weit genug.

Caroline
Druck

3D-Druck bewegt die Zeit

Ob Schuhe, Autos oder Häuser - Es gibt fast nichts mehr, was ein 3D-Drucker nicht herstellen kann. Wer den 3D-Druck immmer noch für kindische Spielerei hält, der denkt nicht weit genug. So sagen es zumindest Zukunftsforscher und Futuristen, die davon ausgehen, dass 3D-Druck die Zukunft radikal verändern wird.

Dabei ist das Prinzip des 3D-Drucks recht simpel: Schicht für Schicht wird das jeweilige Druckmaterial über eine Düse auf eine Druckplatte gepresst und langsam von unten nach oben zu einem dreidimensionalen Objekt geformt. Da ist es nicht verwunderlich, dass die Ideen für einen 3D-Drucker bereits schon 1980, als die ersten CAD-Programme geschrieben wurden, aufkamen. Das erste Patent auf einen 3D-Drucker meldete 1986 Charles Hull an. Der 3D-Druck wurde in seinen frühen Jahren vor allem zur Herstellung von Prototypen im Flugzeug- & Automobilbau sowie im Militär verwendet. Dass er irgendwann Einzug in den normalen Haushalt hält, hätte bis dahin niemand vermutet.


Dabei beschränkt sich das Drucken nicht nur auf simple Plastikfiguren.

Je mehr Materialien verarbeitet werden können, umso größer der Anwendungsbereich. Heutzutage lässt sich nicht nur Kunststoff weiterverarbeiten, sondern auch Sand, Metall und sogar Nahrungsmittel.

So arbeitet ein Teigwarenkonzern jetzt schon an einem Food-Drucker für Nudeln. Auf Knopfdruck produzieren die Geräte Nudeln verschiedenster Form. Drucken, um den Kunden mehr Individualität bieten zu können. Allerdings ist der Drucker noch in der Entwicklung und von der Marktreife weit entfernt, sodass erst in einigen Jahren mit den selbst entworfenen Teddy-Nudeln zu rechnen ist. 

Die Medizin ist ebenfalls ein sehr gutes Beispiel, das Potential des 3D-Drucks zu verdeutlichen. So auch gut zu erkennen bei der Firma Makerbot, einem der Pioniere im Druckbereich. Sie halfen der ROTH GmbH, Spezialist für REHA- und Sanitär-Produkte, den mobilen Haltegriff ROTH-MOBELI, der Personen mit Bewegungseinschränkungen sicheren Halt gibt, für ihre Kunden zu individualisieren und weiterzuentwickeln.

„Auf Messen werden immer wieder Wünsche zur Erweiterung [...] an uns herangetragen. Auf einer Messe entdeckte ich MakerBot. HAFNER'S BÜRO bot mir einen Probedruck des Modells an und wir kauften danach sofort einen Replicator 2. [...] Mit Spritzguss wäre das Produkt gar nicht herstellbar gewesen, da ein funktionaler Hohlraum umschlossen wird. Auch unsere Prototypenentwicklung hat sich gegenüber früher auf Tage statt Wochen reduziert.“
- Uwe Rieß, ROTH Sanitärprodukte GmbH


Und was ist mit der Wirtschaft?

Nicht vielen scheint aufgefallen zu sein, dass der internationale Wettbewerb in dieser Branche schon im vollen Gange ist. Unternehmen werden untereinander aufgekauft und kämpfen um Marktanteile und Patente und es heben sich bereits einige Zugpferde deutlich von der Masse ab. All dies beinhaltet übrigens nicht nur Privatunternehmen. Auch Universitäten und Regierungen wissen um das schlummernder Potential des 3D-Drucks und fördern Wissenschaft und Bildung rund um 3D-Projekte. Bis zur völligen Etablierung in den Privathaushalt sind die Grenzen in der Branche schon längst gezogen und die Schnellsten brauchen sich um ihre Zukunft nicht mehr sorgen.


Fazit

3D-Drucker sind derzeit etwas für Tüftler - Hochwertige Drucker sind sehr kostspielig und der Aufwand von der Idee bis zum Produkt ist groß, ABER die Preise sinken rasant und es ist sicher denkbar, dass viele Haushalte in den kommenden 10 Jahren einen 3D-Drucker bei sich stehen haben.
Zukünftig wird der 3D-Druck noch größere Bedeutung haben privat sowie kommerziell, vor allem die Medizin wird dadurch große Sprünge machen. Aber bis dahin werden wohl noch ein paar Tage ins Land ziehen.