Das Interview: Aline Buttkereit

Virtual Reality, Innovation, Digitalisierung und Persönliches

Aline-Florence Buttkereit, Creative Coach bei Virtual Identity / Viable

Aline-Florence Buttkereit arbeitet hauptberuflich bei Virtual Identity / Viable. Hier sucht sie mit kreativen Methoden nach Lösungsideen wie (neue) Technologien nützlich für Menschen und sinnvoll für Unternehmen eingesetzt werden können. 

Sie entwickelt unter anderem Formate für New-Tech- und Innovation-Workshops und führt diese als Creative-Coach. Außerdem begleitet sie Projekte bis zum Prototypen. Daneben ist sie stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Ersten Deutschen Fachverbands für Virtual Reality (www.edfvr.org). Aline-Florence Buttkereit ist zudem als Moderatorin, Autorin und Dozentin tätig.


Name: Aline-Florence Buttkereit

Wohnort: München

Alter: 30

Beruf: Berufung: Mein Herz schlägt für Menschen und Technologie

Schuhgröße: 38/39

Lieblingswort: Nur eins?! Hmm…: Inspiration!

Kontakt

www.linkedin.com/in/aline-florence-buttkereit

Facebook: Virtualine-Florence Buttkereit

Instagram: virtualinchen 


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Foto: Maximilian Heinrich


Aline Buttkereit RK18

Was sind die derzeit spannendsten Entwicklungen im Internet?

- Bots

„2020 wird ein durchschnittlicher Bürger mehr Konversation mit einem Bot betreiben als mit seinem Lebenspartner“, prognostizierte Gartner 2017. Als ich das Zitat zum ersten Mal las, löste es Kopfschütteln und Ablehnung bei mir aus. Aber dann dachte ich weiter: Stellen Sie sich einmal vor, dass alle (mobilen) Dienste, die Sie derzeit selbst über ihr Smartphone/Laptop abrufen durch einen Smart Assistant begleitet werden. Also Dienste wie Google-Maps, E-Mails, Bestellungen (Essen, Kleidung etc.) Terminerinnerungen usw.

Wie das wäre? Morgens begrüßt Sie ihr digitaler persönlicher Assistent, teilt ihnen ihre Termine mit, gibt ihnen Auskunft, wie Sie am schnellsten zum nächsten Termin kommen, greift auf Google-Maps zu, erinnert Sie an die Einkäufe für das Abendessen und bestellt die Sachen auch gleich an den gewünschten Ort. Er geleitet Sie als smartes digitales Helferlein durch den Tag und erspart ihnen ein ständiges Tippen, Wischen und Nachschauen auf ihren digitalen Geräten. 

Naaa, ist das Zitat nun immer noch so abwegig? Bei der Entwicklung eines Bots ist nicht nur das technische Know-How im Hintergrund entscheidend. Wenn er bei den Usern Resonanz erzeugen soll, braucht der Bot eine Persönlichkeit. Er führt menschenähnliche Dienste aus, da liegt der Wunsch bei den Usern nahe, auch menschenähnlich mit ihm zu kommunizieren. 

Um dies authentisch zu gestalten, sollten auch charakterliche Eigenheiten in Erscheinung treten wie z.B.: Witz, Charme, Klarheit, zielorientiertes Handeln, Verständnis. Die Persönlichkeit des Bots sollte dabei zum Unternehmen passen.


- AR und VR: Die Zukunft liegt in digitalen Umgebungen!

Augmented und Virtual Reality sind zwei Technologien, die diese Entwicklung hin zu digitalen Umgebungen vorantreiben, wenn nicht gar voraussetzen. Wir werden einen Paradigmenwechsel erleben, der verändern wird, wie wir digitale Inhalte nutzen: Flache Bilder verlassen das Display und werden räumlich dargestellt. Wir sehen digitale Sphären erstmals ähnlich wie die Realität.

Das verändert auch wie wir digitale Inhalte Nutzen. Unser Körper wird zum menschlichen Interface. Ob es sich bei unserer Interaktion um einen Bot, eine AR- oder VR-Anwendung oder ein rollbares Display handelt, wir navigieren zunehmend mit Blicken, Gesten und unserer Stimme (vgl. Augmented Reality und Mixed Reality, 2. Auflage, Dirk Schart und Nathaly Tschanz). Ob Virtual Trainings, AR-Navigation oder Anwendungen im Medizinbereich, die Technologien bieten völlig neue Möglichkeiten und ihre Weiterentwicklungen werden unsere digitalen Nutzungsgewohnheiten verändern.

Bei der Entwicklung der Technologien sind wir hier noch nicht am Ende, wir sind mitten drin. Das heißt: Das Beste kommt erst noch! 


Welche Trends werden maßlos überschätzt?

Trend-Technologien werden immer überschätzt, wenn Unternehmen diese um der Technologie-Willen einsetzen und nicht, weil sie sinnvoll sind, Probleme lösen oder das Leben der Menschen oder Prozesse erleichtern. Einfach mal etwas machen, weil es geht, ist strategisch nicht unbedingt von Erfolg gekrönt. Der Trend Internet in sämtliche Wohngegenstände einzubauen, löst bei mir aus: Juhu – ähm und wobei hilft mir das? 

 

3 Quick Wins für Internet-Verantwortliche, die man sofort umsetzen kann.

  • Stellen Sie den Menschen in den Mittelpunkt und versetzen Sie sich in ihn hinein! Blicken Sie aus anderen Perspektiven auf ihr Unternehmen. Bei Ihrer Kommunikation, ihren Services, ihrer Strategie, bei Allem!
  • Stellen Sie mehr Fragen und seien Sie neugierig! 
  • Vertrauen Sie bei Innovations- und Kreativprozessen auf externe Unterstützung. Inspiration von außen bringt neue Perspektiven, Lösungsansätze und Prozessideen.


Deine Lieblingswebsite?

Da gibt’s jetzt aber wirklich nicht nur eine 😊.


Das letzte Buch das du gelesen hast?

Ich lese immer zwei Bücher parallel, ein Sachbuch und eins für das Gemüt. 😊

„Digital Innovation Playbook“ und „Der kleine Prinz“.


Dein Lieblingstool für deine Arbeit?

  • Humor, Energie, Inspiration.

  • Ein weißes Blatt Papier, ein schwarzer Stift, mein Smartphone.


Was würdest du sofort ändern, wenn du die Macht dazu hättest?

Ich würde das „System Welt“ gerne auf null setzen und mit einem Team, das Superkräfte besitzt, strategisch neu planen: Ressourcen, Rohstoffe, Nahrung, den Zugang zu Bildung gerechter verteilen, Strukturen ändern, das perfekte politische System finden usw.

Und weil das eine große Herausforderung wäre, ginge es nur mit Superkräften *pow pow pow!


Brauchen wir in Zukunft überhaupt noch Manager, oder übernehmen die Bots?

Den Menschen brauchen wir mit seiner Fähigkeit Empathie und Gefühle zu empfinden dann vielleicht sogar noch mehr. Schön wäre, wenn es noch mehr Managerinnen und Entwicklerinnen gäbe, die bei den Themen Bots und KI auch Teil der Teams sind. Unsere Welt besteht aus weiblichen und männlichen Perspektiven, daher wünsche ich mir, beide stärker auch in der Entwicklung von KI, Bots und Co zu integrieren– also allen Technologien, die dem menschlichen Agieren nahekommen.

 

Welcher Persönlichkeit (tot oder lebendig) würdest du gerne einmal begegnen?

Wenn das ginge, würde ich gleich mehrere einladen und ne Party schmeißen: Loriot, Winston Churchill, Obama, Bill Gates, Marylin Monroe, Coco Chanel, Aretha Franklin, Justin Trudeau, Steve Jobs, Amy C. Edmondson, Walt Disney, Brené Brown,… die Liste wäre lllaaaannnnnnnng. 😉 


Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen?

Entweder ein traditionelles, kroatisches Reisgericht – gelernt von Mama. Wenn wir mehr Zeit hätten, eine große Auswahl israelischer Vorspeisen. Ich liebe es, vor vielen kleinen Schüsselchen mit unterschiedlichen Leckereien zu sitzen, die Düfte der Gewürze zu schnuppern, sich dabei gut zu unterhalten und den Moment zu genießen.

 

Wann hast du zuletzt etwas Neues ausprobiert und was war das?

Gestern Abend, Motorrad fahren in München.

 

Was sollte niemand von dir wissen?

Etwas, dass ich selbst nie erfahren werde.


Welche Frage hätten wir dir stellen sollen?

Was sorgt für Ausgleich bei Dir?

 

Dein letztes Wort:

YYAAAYYYYY!!!