Das Interview: Tillmann Wolter

Digitale Transformation, Digitale Strategie, Scrum, Agiles, Disruptive Technologien und Persönliches

Stefan
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Das Interview: Tillmann Wolter, Senior Digital Adviser bei der Infopark AG

Tillmann Wolter ist seit 2017 für Infopark tätig und berät als Senior Digital Adviser Kunden zu Digitalisierungs- und Strategie-Themen und ist als Scrum-Master in Teams von Digital-Architekten, Entwicklern und Designern aktiv in Projekte eingebunden. Im Rahmen des MBA-Studiums hatte er die ersten Begegnungen mit Lean, Agile, Systems- und Design-Thinking die ihn fortan nicht mehr losgelassen haben.

In seinem Leben vor Infopark war er Produktmanager einer Computer-Telefonie-Integration für Salesforce.com und einer Computer-Telefonie-Integration für SugarCRM und hat diese in Projekten an Kundenbedürfnisse angepasst.


Name: Tillmann Wolter

Wohnort: Berlin

Alter: 46

Beruf: Was mit Computern

Schuhgröße: 45

Lieblingswort: Alexa


Kontakt

https://www.linkedin.com/in/tillmannwolter/
tillmann.wolter@infopark.de

tillmann wolter

Content Strategie

Was sind die derzeit spannendsten Entwicklungen im Internet?

AI (Machine Learning, Deep Learning), Delivery Drones, Smart Home Tech, Autonomous Driving, Voice Interfaces, Crypto-Currency, Blockchain, IoT, Holographic computing und die steigende Beliebtheit der Sprache Go als Bruch des Trends der interpretierten Sprachen. 


Welche Trends werden maßlos überschätzt?

Snapchat


3 Quick Wins für Internet-Verantwortliche, die man sofort umsetzen kann.

  • Lernen, Agilität propagieren und den Deming-Cycle leben: Plan-Do-Study-Act. Begreifen, dass Dinge niemals fertig und fehlerfrei sein werden. Nie zufrieden sein.
  • Rausgehen und Feedback zu Usability von Außenstehenden einfordern und aufnehmen.
  • Ladezeit verbessern: CSS und JS entschlacken. Passende Bildgrößen zur Screen-Auflösung ausliefern.
  • Bonuspunkt: Interaktionsmöglichkeit mit Besuchern zum Beispiel mit Intercom integrieren.


Deine Lieblingswebsite?


Das letzte Buch das du gelesen hast?

Unterleuten von Juli Zeh

Aktuell lese und höre ich

  • How Not To Die, Dr Michael Greger
  • Sapiens, Yuval Noah Harari
  • Who Owns The Future?, Jaron Lanier
  • Large-Scale Scrum: More with LeSS, Craig Larman / Bas Vodde


Dein Lieblingstool für deine Arbeit?

  • Macbook, iPhone, iPad
  • Google Apps, Slack, Trello, Scrivito, Opera
  • Safaribooksonline
  • Scrum


Was würdest du sofort ändern, wenn du die Macht dazu hättest?

Ich würde das Schulsystem ändern und es freundlicher für Eltern und Schüler gestalten. Es würde um Lernen gehen, statt um Bildung. Ich stelle mir da Lehrer eher als Scrum-Master vor, die ihre Hilfe anbieten und den Lernprozess coachen. 


Ich habe von einem Modell-Projekt aus Holland gehört, wo Kinder eine bestimmte Anzahl von Tagen bzw. Stunden arbeiten und Ferientage gemeinsam mit den Lehrern besprechen. Die Arbeit erfolgt ergebnisorientiert in Projekten. Die Schüler können täglich in ihren Zeitslots arbeiten und haben keine festen Zeiten. Eine andere gute Idee ist das integrierte Nutzen von Mathematik mittels CBM (computer based math), um Mathe zum Lösen von Problemen zu benutzen, statt nur zu rechnen: https://www.computerbasedmath.org.


Brauchen wir in Zukunft überhaupt noch Marketing Manager, oder übernehmen die Bots?

Das wird die Zukunft zeigen. Ich glaube, dass wir alle mehr Verantwortung übernehmen müssen. Und dazu gehört die, unsere Zukunft zu gestalten. 


Welcher Persönlichkeit (tot oder lebendig) würdest du gerne einmal begegnen?

Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr Persönlichkeiten fallen mir ein. Ein Snapshot:

  • Steve Jobs, Liebhaber deutschen Industrie-Designs
  • Jorge Mario Bergoglio SJ, Papst Franziskus
  • Dean Kamen, Gründer von Segway
  • Justin Trudeau, Premierminister von Kanada
  • Jim Henson, Muppet-Schöpfer
  • Hannah Arendt, Philosophin
  • Guy Kawasaki, Technologie-Evangelist
  • Joi Ito, Director MIT Media Lab
  • Henri Cartier-Bresson, Photograph
  • Christoph Schlingensief, Provokant
  • Jan Böhmermann, Comedian


Wenn wir dich zuhause besuchen, was würdest du für uns kochen?

  • Kürbissuppe mit Ingwer und Kokosmilch
  • Kürbis- und Kichererbsensalat mit Tahini-Sauce aus dem Casa Moro-Kochbuch von Sam & Sam Clark (http://moro.co.uk).
  • Dazu ein Glas Mencía.

Rezept: https://lamiacucina.blog/2013/10/15/kurbis-und-kichererbsensalat-mit-tahini-sauce/


Wann hast du zuletzt etwas Neues ausprobiert und was war das?

Ich probiere ständig neue Dinge aus. Vor einer Weile habe ich zum Beispiel auf ein altes Google Nexus 4-Telefon Firefox-OS installiert. Das Telefon hat das Experiment leider nicht überlebt. 

In naher Zukunft bin ich gespannt auf https://neuroonopen.com, einem offenen EEG-Sleep-Tracker und Meditations-Device. Spannend finde ich auch das E Ink-basierte Notizbuch von https://remarkable.com. Ob es dazu beitragen wird, dass wir irgendwann ohne Papier auskommen werden?


Was sollte niemand von dir wissen?

Na klar, das flüstere ich dir aber ins Ohr: Pssss ah ssss ha sch...

Spaß beiseite: Wenn ich das jetzt verrate, ist es ja nicht mehr geheim!


Welche Frage hätten wir dir stellen sollen?

  • Welche Trends werden maßlos unterschätzt?
  • Welcher Persönlichkeit (tot oder lebendig) würdest du gerne nicht begegnen?
  • Welches ist deine Lieblingsserie?
  • Welche Musik hörst du gern?
  • Was würdest du auf eine einsame Insel mitnehmen?


Dein letztes Wort:

Vor einigen Jahren habe ich ein Zitat von Martin Buber im Schaufenster einer Buchhandlung in Berlin-Schöneberg gesehen, das mich seither – blödes Wort – begleitet: “Alles wirkliche Leben ist Begegnung.” Bei allem Digitalen kommt es doch letztendlich auf die Beziehung der Menschen zueinander an. In der Familie, Im Büro mit Kollegen – in Projekten mit Kunden.

Zum Beispiel geht es bei den Vermittlungs-Diensten im Wesentlichen um Vertrauen. Eigentlich bräuchten wir die Unternehmen gar nicht, die keine eigenen Dienstleistungen anbieten, sondern nur Vermittlungs- und Vertrauensplattform sind. Nehmen wir Airbnb. Das was dort eigentlich verkauft wird ist das Vertrauen, dass alles wie angegeben vermietet wird und dass der Gast kein Chaos in der vermieteten Wohnung hinterlässt. Bei Uber verhält es sich ganz ähnlich. Wenn nun eine Möglichkeit existieren würde, einen digitalen Vertrauens-Footprint zu schaffen und für unzählige Dienste zu benutzen, bräuchten wir diese Kategorie von Meta-Dienstleistern nicht mehr: Disruption 2.0.