Lotsen in der Informationsflut

Ein Einblick in den aktuellen Stand der Kommunikation, speziell in Contentstrategien und Content-Marketing. 

Stefan
Contentmarketing Strategie Redaktion Content Strategie

Interview über Contentstrategien und Content-Marketing mit Dr. Kerstin Hoffmann, PR-Doktor.


Was sind für Dich die aktuellen Trends im Bereich Content, die Unternehmen - sofern sie es nicht schon angegangen sind – schleunigst in Angriff nehmen sollten?

Viele Unternehmen sollten dringend etwas an ihrer internen Aufstellung in Sachen Kommunikation tun. Natürlich gilt es auch nach außen zu schauen, was sich tut, denn die digitale Welt entwickelt sich sehr schnell weiter. Doch ich beobachte anderseits, dass Unternehmen oft viel zu taktisch auf neueste Trends schauen - etwa darauf, welche neuen Angebote in Social Media gerade ‚in’ sind – und viel zu wenig auf die langfristige strategische Planung und nachhaltige Umsetzung ihrer Kommunikations- und Contentstrategien. 

Gleichwohl sind Contentstrategie und Content-Marketing natürlich Themen, um die kein Unternehmen auf Dauer herumkommt; die aber erstaunlicherweise in vielen Firmen trotzdem noch nicht angekommen sind. Oder sie werden eben viel zu operativ betrieben und viel zu wenig als elementarer Bestandteil zeitgemäßer Kommunikation betrachtet.

Andererseits muss man auch klar sagen, dass mittlerweile doch schon so viele Unternehmen in Sachen Contentstrategie aufgeholt haben und es mittlerweile so viele Inhalte im Netz gibt, dass man sich neue Strategien überlegen muss, um in der Contentflut noch sichtbar zu bleiben. Das gilt auch für diejenigen, die wirklich wertvolle Inhalte zur Verfügung stellen.  


Dein Vortrag heißt ja, wie dein neues Buch, "Lotsen in der Informationsflut". Warum brauchen wir solche Lotsen, und wer soll das sein?

Es gibt zu jedem Thema mittlerweile so viele Informationen und Neuigkeiten, dass es schon schwerfällt, auch nur in einem einzigen Fachgebiet auf dem Laufenden zu bleiben. Auch wird es nicht leichter, Falsches von Richtigem zu unterscheiden (Schlagwort „Fake News“; ein Begriff, den ich allerdings selbst nicht gern verwende). Deswegen brauchen wir verlässliche Lotsen, die uns sagen, wo es langgeht, und die uns helfen, Zusammenhänge zu erkennen und Dinge einzuordnen.

Das bedeutet auch: Wenn Fachleute es schaffen, sich als solche Lotsen in ihrem Fachgebiet zu profilieren, entsteht zwischen ihnen und den Stakeholdern, den Usern, den Interessenten eine Beziehung. Menschen kehren gerne zu einer Quelle zurück, der sie bereits vertrauen. Deswegen sollten Unternehmen das Potenzial der „Köpfe“, die am Erfolg mitarbeiten, erkennen und heben. Dazu braucht man natürlich eine entsprechende Strategie und Unternehmenskultur. Aber es ist die beste – und manchmal vielleicht sogar die einzige – Möglichkeit, sich in der Flut der Inhalte herauszuheben und zugleich echte Werte zu schaffen. 


Welche Fehler beobachtest Du in Deiner Praxis als "PR-Doktor", die man eigentlich schnell "therapieren" könnte?

Ich glaube, wenn Entscheider in Unternehmen ein bisschen mehr Mut und Motivation zu praktischer Experimentierfreude in sozialen Netzwerken hätten, würden wir uns viele theoretische Diskussionen ersparen. Persönliche Erfahrung im Austausch mit anderen Menschen ist die beste Voraussetzung, um das eigene Potenzial als Personenmarke und Markenbotschafter zu erkennen und andere, Kollegen und Mitarbeiter, darin zu fördern. 


Wenn wir über digitale Kommunikation reden, verschwimmen die Grenzen von PR, Marketing und Vertrieb ja schon seit längerem. Wer sind für Unternehmen die richtigen Partner, wenn es um Strategien und Lösungen geht?

Das hängt natürlich sehr stark von der Art und Größe des Unternehmens, von Budget und Zielsetzungen ab. Ideal ist es, wenn die Unternehmensleitung einen „Lotsen“ findet, dem sie wirklich vertraut und der sie durch den gesamten Prozess begleitet und auch dabei hilft, intern und extern die richtigen Partner und Beteiligten ins Boot zu holen. Silo-Denken in einzelnen Kommunikationsdisziplinen ist nicht mehr zeitgemäß; alle sollten an einem Strang ziehen.

Natürlich braucht man Dienstleister, etwa um eine Website zu erstellen oder zu überarbeiten, um eine Contentstrategie aufzubauen und auch ein fundiertes Monitoring zu etablieren, um nur einige Beispiele zu nennen. Wichtig ist es aber aus meiner Sicht, dass den Externen entsprechende Verantwortliche im Unternehmen gegenüberstehen.

Je nach Lage der Dinge und nach Ressourcen-Situation spricht natürlich nichts dagegen, sich in allen möglichen Bereichen auch operativ unterstützen zu lassen, etwa bei der Erstellung von Inhalten oder in Social Media. Aber wer alles outsourct, steht im Zweifel nach ein paar Jahren wieder an derselben Stelle, ohne dass im Unternehmen selbst ein Wissenszuwachs und eine Entwicklung in der Kommunikation stattgefunden hätte.

Ein seriöser Berater oder externer Contentstratege wird daher dafür sorgen, dass ein Wissenstransfer ins Unternehmen stattfindet und hier auch die Projektsteuerung aufgehängt ist. Das funktioniert aber natürlich nur, wenn von der Führungsebene ausgehend auch alle in der Firma mit an diesem Strang ziehen. 


Worauf dürfen wir uns am 20. Februar bei Deinem Vortrag im Rahmen der Relaunch Konferenz freuen?

Ich gebe einen Einblick in den aktuellen Stand der Kommunikation, speziell was Contentstrategien und Content-Marketing angeht. Ich habe an mich den Anspruch, dass die Zuhörer drei Dinge mitnehmen: mindestens einen Aha-Effekt, die Motivation etwas Neues auszuprobieren sowie einige ganz konkrete Ansätze, was sie sofort anders machen können. Der Schwerpunkt meines Vortrages liegt aber ganz klar auf dem Potenzial von Markenbotschaftern und auch der Personenmarke jedes und jeder Einzelnen.  


Was ist Deiner Meinung nach das Besondere an der Relaunch Konferenz und wer sollte sich noch schnell eins der letzten Tickets sichern?

Ich habe ja schon auf einer Relaunch-Konferenz gesprochen. Was mir als Vortragsrednerin besonders aufgefallen ist, waren die hervorragende Vorbereitung und die exzellente Betreuung. Da kann man sich dann ganz auf das eigentliche Thema konzentrieren. Den Rahmen und die Atmosphäre habe ich als sehr angenehm empfunden. Ich hatte das Gefühl, dass wirklicher Austausch auch am Rande der Vorträge stattfand. Persönlich freue ich mich natürlich sehr, einige ebenso nette wie fachlich qualifizierte Kolleginnen und Kollegen wiederzutreffen, die ebenfalls einen Vortrag halten. Ich denke, wenn man sich umfassendes Wissen zum Thema Web-Präsenz an einem Tag aneignen will, dann ist diese Veranstaltung sehr gut dazu geeignet. 



Über Dr. Kerstin Hoffmann:

Dr. Kerstin Hoffmann gehört in Deutschland zu den bekanntesten Beratern, Speakern und Autoren aus dem Bereich PR und (digitale) Kommunikation. Sie berät und unterstützt Unternehmen sowie Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in Kommunikations- und Contentstrategien. Ihr "PR-Doktor" ist eines der führenden deutschen PR-Blogs.

An der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf lehrt sie Public Relations und Reputationsmanagement. Kerstin Hoffmann twittert als @pr_doktor und ist auf Facebook zu finden. Ihr neuestes Buch heißt "Lotsen in der Informationsflut. Erfolgreiche Unternehmenskommunikation mit starken Markenbotschaftern aus dem Unternehmen".


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