Kulturwandel und Digital Leadership

Umdenken für die Digitalisierung

Stefan
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Umdenken für die Digitalisierung: Kulturwandel und Digital Leadership

Die Digitalisierung ist mit Sicherheit einer der radikalsten Umbrüche, die unsere Arbeitswelt je erlebt hat. Deshalb erfordert sie auch ein komplettes Umdenken, sowohl bei den Führungskräften als auch bei jedem einzelnen Mitarbeiter eines Unternehmens. Denn die Digitalisierung findet nicht nur auf technologischer Ebene statt: Ohne einen deutlichen Kulturwandel wird eine digitale Transformation nur halb so erfolgreich sein. Nur Organisationen, die ihre Strukturen, Arbeitsabläufe, Ziele und Herangehensweisen genau hinterfragen und bei Bedarf auch umkrempeln, werden die nötige Flexibilität und Innovationskraft freilegen, um den digitalen Wandel zu ihrem Vorteil zu nutzen.


Jedes Digitalisierungprojekt braucht einen ‚digital Leader’ oder ‚Chief Digital Officer’ – einen Vordenker, Visionär, Steuermann, der das Unternehmen auf dem geplanten Kurs hält, die digitale Transformation gestaltet und die verschiedenen Digitalisierungsinitiativen zentral vorantreibt. Im Alleingang kann dieser Leader jedoch nicht viel erreichen. Stattdessen sollte er ein mehrköpfiges digitales Team um sich bilden, in dem Fachbereichskräfte und Fachleute mit unterschiedlichster Expertise zusammen konkret an gemeinsamen Zielen arbeiten. Das heißt auch, alte Strukturen und Grenzen zu durchbrechen. Die digitale Transformation muss interdisziplinär sein; erstens betrifft sie Prozesse und Strategien über mehrere Fachbereiche hinweg, zweitens gedeihen Ideen in gemischten Teams oft am besten.


Daneben erfordert die Digitalisierung mit ihrem verstärkten Fokus auf den Kunden und seine Bedürfnisse ohnehin ein viel engeres Zusammenspiel der einzelnen Abteilungen und ihrer jeweiligen Kompetenzen, um ein konsistentes und zielgenaues Marketing-, Produkt- und Serviceerlebnis für alle Kunden zu schaffen. Kurz: In einem digitalen Team sollten Vertreter aller Unternehmensbereiche – und eventuell auch externe Berater mit ergänzendem Know-how – an einem Tisch sitzen.


Die Rolle der IT ist bei der Digitalisierung natürlich wesentlich. Deshalb müssen die einzelnen Fachbereichsleiter ein Verständnis der relevanten Technologien und eine neue Denkweise entwickeln. Umgekehrt sind die IT-Verantwortlichen gefragt, sich tiefer als je zuvor in die Rollen, Aufgaben und Herausforderungen der anderen Unternehmensbereiche hineinzudenken. 


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Die Rolle des Managements

Das Thema Digitalisierung erzeugt in Unternehmen an vielen verschiedenen Stellen Unsicherheit und Druck. Um das auszugleichen, Stress bei den Mitarbeitern und internen Widerständen vorzubeugen sowie den Rückhalt aller Fachbereiche für die neue digitale Zielrichtung zu gewinnen, ist es enorm wichtig, dass Geschäftsführung und Vorstand hundertprozentig hinter der Digitalisierungsstrategie stehen, ja sogar eine Vision für die digitale Zukunft des Unternehmens haben und ihre Mitarbeiter dafür begeistern können.


Die Führungsebene muss die passenden Rahmenbedingungen für den Wandel schaffen, die entsprechenden Budgets bereitstellen und gleichzeitig stets den Überblick über den Status der eigenen Transformation behalten, indem sie sich intensiv mit dem Digitalisierungsteam austauscht. So wird auch sichergestellt, dass alle Digitalisierungsinitiativen mit der Gesamtunternehmensstrategie im Einklang sind. Zudem könnten im Zug der Digitalisierung radikale Entscheidungen notwendig werden, die nur auf der Führungsebene getroffen werden können. Und schließlich kann es notwendig sein, dass das Management gelegentlich eine Vermittlerrolle zwischen den einzelnen Fachbereichen übernimmt, denn dass verschiedene Interessen und Ansichten aufeinanderstoßen, ist bei einem interdisziplinären Team beinahe vorprogrammiert.


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Fingerspitzengefühl gefordert: ein neuer Führungsstil

Weil die Digitalisierung so weitreichende Veränderungen im gesamten Unternehmen mit sich bringt, ist es unerlässlich, das Buy-in der Mitarbeiter für die digitale Transformation zu gewinnen. Dem Change Management und der internen Kommunikation stehen dabei Schlüsselrollen zu, aber genauso wichtig ist es, dass der Digital Leader die richtigen Soft Skills mitbringt: Hier sind Empathie, Flexibilität, Überzeugungskraft und Zusammenarbeit (das so genannte ‚partizipierende Führen’) statt rigoroser Zielvorgaben gefragt, auch, damit innerhalb und außerhalb des digitalen Teams die nötigen Freiräume zum Querdenken, zum Ausprobieren und Neuerfinden entstehen.


Damit die Mitarbeiter sich nicht vom digitalen Wandel überrumpelt fühlen, sondern aktiv daran mitarbeiten können, muss ein umfassendes Weiterbildungsangebot geschaffen werden – auch das ist eine Kernaufgabe des digitalen Teams. Dabei hilft zum Beispiel ein Mix aus internen Workshops, externen Trainingseinheiten und E-Learning-Methoden.


Unter anderem ist es wichtig, dass die Mitarbeiter kompetent mit den neuen digitalen Technologien umgehen und diese zu ihrem Vorteil nutzen können. Ob neue Datenanalysesysteme, cloud-basierte CRM-Tools oder mobile Kooperations-Apps: Wie die digitalen Werkzeuge und Geschäftsprozesse am digitalen Arbeitsplatz zur Verfügung gestellt werden, spielt in dem Zusammenhang eine wesentliche Rolle. Denn die digitale Plattform sollte nicht nur das Arbeiten erleichtern und monotone Aufgaben automatisieren, sondern vor allem auch eine effizientere Zusammenarbeit im Unternehmen, ein vernetzteres Denken sowie die Kreativität und Innovationsfähigkeit der Mitarbeiter fördern. Ziel ist, schrittweise eine ‚digitale Kultur’ im gesamten Unternehmen zu schaffen. Das digitale Team gibt die Richtung vor.


Nachholbedarf

Wir Deutschen können dem Manager Magazin zufolge [http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/digital-leadership-2017-worauf-fuehrungskraefte-achten-muessen-a-1141865.html] übrigens noch einiges besser machen. Die Studie "Digital Leadership 2017" der Personalberatung Rochus Mummert fand, dass in vielen Firmen die für die digitale Transformation eingeleiteten Maßnahmen sowie der Innovationsradar zu stark nach innen gerichtet waren, so dass Veränderungen meist nur aus den bestehenden Strukturen heraus betrieben wurden. Und obwohl die rund 100 befragten Führungskräfte sich selbst eine hohe digitale Kompetenz bescheinigten, war diese Selbsteinschätzung sehr auf eine Innensicht gestützt.


Falls Sie Ihre Digitalisierungspläne mit uns besprechen wollen, kontaktieren Sie uns unter stefan.heuser@infopark.de


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