Schritt für Schritt zur SEO-Website

Wie man Web-Inhalte OnPage suchmaschinenrelevant gestaltet

Sebastian Thiele
SEO Website Suchmaschine

Die OnPage-Optimierung ist die einfachste Maßnahme, um schnell und unabhängig Inhalte für Suchmaschinen zu erstellen. Sie sollte bei den Vorbereitungen für einen Web-Relaunch, also bei der Planung einer Website, aber auch bei der regelmäßigen Pflege beachtet werden, da sie für die Strukturierung eine große Rolle spielt.

Welche Meta-Themen und Bedingungen es gilt, bei der Optimierung für Suchmaschinen zu berücksichtigen, haben wir im letzten SEO-Blog-Beitrag erklärt. Doch wie steht es um die rein inhaltliche OnPage-Optimierung auf den einzelnen Unterseiten einer Website?

Ein Bereich pro Thema auf der Website

Zuerst sollte beachtet werden, dass Themen auf einer Website getrennt vorliegen und nicht vermischt werden. Gerade wenn viel Inhalt zur Verfügung steht und das Unternehmen in einer wettbewerbsstarken Branche angesiedelt ist, gilt:

Nicht mehr als 2 Keywords pro Seite!

Diese Regel sollte schon in der Gestaltung des Seitentitels Anklang finden. Besser wäre noch, dass jede Seite nur auf ein Keyword optimiert ist.  

Der Seitentitel sollte nicht mehr als 70 Zeichen lang sein, da Suchmaschinen in den Suchergebnissen die Einträge kürzen. Wichtige Schlagworte wären dadurch nicht mehr sichtbar. Deshalb ist es besser den Firmennamen eher an das Ende des Titels zu schreiben und die relevanten Keywords soweit wie möglich nach vorn.

Ein detailliertes  Beispiel hierzu ist in unserem letzten Eintrag zu finden.

Der Seitentitel einer Website sollte nicht mehr als 70 Zeichen lang sein.

Seitentitel im Browser-Tab

Seitentitel, der bei Google angezeigt und gekürzt wird. Gutes und schlechtes Beispiel.

Darstellung des Seitentitels in Suchanfragen. Der untere Eintrag zeigt, wie die Überschrift abgeschnitten wird und weshalb der Firmenname am Ende des Titel stehen sollte.

Doch wieso nur so wenige Keywords?

Der Grund hierfür liegt in der Strukturierung der Seite. Eine Seite soll nur über ein bestimmtes Thema informieren. Werden zahlreiche Worte eingestreut, verliert die Seite an Struktur und Konsistenz, dies wird von Suchmaschinen abgestraft.

Ein einfaches Gedankenspiel: Die Keyword-Recherche einer Buchhandlung zum Thema "Bücher" ergab, dass die folgenden Worte besonders oft gesucht werden:

  • Bestseller Bücher
  • Antiquariat
  • Bücher Shop
Bei der Keyword-Recherche hilft Google Adwords. Das Keyword-Recherche-Tool schlägt zahlreiche Alternativen zum Keyword vor.

Bei der Keyword-Recherche hilft Google Adwords. Das Keyword-Recherche-Tool schlägt zahlreiche Alternativen zum Keyword vor.

Daraus können Themenbereiche, aber auch die Priorisierung der Themen in der Struktur der zukünftigen Website abgeleitet werden.

Für die oben genannten Seiten muss es einheitliche Inhalte geben. So ist es wichtig, dass Meta-Tags (wie Seitentitel, Beschreibung, etc.) auf der jeweiligen Seite optimiert sind und vor allem, dass die Inhalte zu den dort angegebenen Meta-Keywords und -Beschreibungen passen. Sucht ein Kunde nach "aktuellen Bestsellern" und findet diese auf der Unterseite des Antiquariats, hat die Seite ihren Zweck verfehlt.

Die Konzentration auf ein bis maximal zwei Keywords erleichtert es hier, die Inhalte für Suchmaschine und vor allem Besucher passend auf die Interessen abzustimmen. Der Mehraufwand, der durch das Anlegen vieler Seiten entsteht, wird damit ausgeglichen, dass die Seiten für ein Keyword erstellt und somit langfristig SEO-optimiert sind.

Die Nutzung von mehr als zwei Keywords ist meist nicht zu empfehlen, da der Aufbau der Seite unnatürlich wirkt. Außerdem werden Kapazitäten vergeudet, weil die Seite dann nicht gut bewertet wird. Möchten Redakteure mehr als zwei Worte unterbringen, können sie sich eher überlegen, ob eine weitere Unterseite zum Thema sinnvoll ist.

Kurz gesagt, gibt es diese Faustregel, um eine klare, natürliche Strukturierung der Inhalte für die Website-Nutzer und Suchmaschinen zu schaffen. Keywords im Seitentitel, Inhalt, usw. sollten konsistent auf einer Seite gestreut werden. Doch auch hier gibt es eine Begrenzung:

Kein Spam mit Keywords - Keyworddichte sinnvoll?

Genauso wenig wie man zu viele verschiedene Keywords auf einer Seite verbreitet, sollten die festgelegten Keywords auch nicht zu häufig auf der Seite genutzt werden. 

Oftmals hört man davon, dass ein bestimmter Prozentsatz nicht über- oder unterschritten werden soll. Dieser Wert ist unter anderem abhängig von der Gesamtanzahl der Wörter eines Textes und der Häufigkeit der verwendeten Keywords in diesem Text.

Das Tool Seobook berechnet die Keyworddichte auf Websites und in Texten.
Seobook ist ein Tool, das die Keyworddichte berechnet

Diese Prozentangaben sind allerdings sehr umstritten. Suchmaschinen achten auch darauf, dass die Keywords einen gewissen Abstand zueinander haben und wie sie verteilt sind. Es spielen wesentlich mehr Faktoren eine Rolle als die bloße Keyworddichte.

Die wichtigste Grundregel hierfür lautet wohl: Inhalte für Nutzer und nicht für Suchmaschinen zu schreiben. Keywords sollen nicht en masse, sondern bedacht und Kontext-bezogen verwendet werden. Denkt man an die Fragen der Zielgruppe, die eine Website beantworten soll, lässt sich ein Text auch SEO-relevant formulieren. Das Keyword sollte nicht wie Spam behandelt werden, aber unbedingt wie schon erwähnt im Text vorkommen, wenn es den Inhalt der Seite wiedergibt.

Wer dennoch eine Prozentzahl haben möchte, an der sich der Inhalt orientieren soll, kann sich diese über zahlreiche Tools wie Seobook ausrechnen lassen.

Gewichtung durch Überschriften

Auch Überschriften spielen eine große Rolle bei der Bewertung der Qualität von Websites. Gerade diese werden nämlich stärker bewertet als der bloße Text. Es gibt die Überschriften h1 bis h6, wobei die h1 die größte Gewichtung in der Suchtrefferliste hat.

Die wichtigsten Regeln bei der Vergabe von Überschriften lauten:

  • die h1 darf nur ein Mal auf jeder Seite vergeben werden
  • die h2 darf öfter als ein Mal stehen, sollte aber nicht zu häufig verwendet werden
  • alle anderen Überschriften können beliebig oft zur Strukturierung des Textes genutzt werden
  • in den Überschriften sollte das Keyword der Seite auf jeden Fall verwendet werden

Dabei ist es nicht immer notwendig, die Überschrift offensichtlich als Hauptüberschrift zu verpacken. Spiegel online zum Beispiel nutzt die h1-Überschrift in ihrer Bread-Crumb-Navigation und hat somit viel Spielraum, die Überschrift mehrere Zeilen beanspruchen zu lassen und Schlagworte zu streuen.

Beispiel für das kreative Verwenden von HTML-Überschriften. Spiegel Online verwendet die Hauptüberschrift (h1) in der Bread-Crumb-Navigation. Die Überschrift, bei der die h1 vermutet wird, ist die h2-Überschrift.

Andere Medieninhalte für Suchmaschinen verständlich machen

Neben Texten müssen aber auch andere Formate wie Bilder, Videos oder PDFs für Suchmaschinen übersetzt werden. Jedes dieser Elemente sollte einen vielsagenden Dateinamen, sowie eine Beschreibung im “Alt”-Attribut beinhalten. Das heißt, wenn bspw. ein Bild eingebunden wird, kann dies wie folgt benannt werden:

<img src="foto-des-vorstands-bernd-voelcker-stefan-krause.jpg" alt="Die Vorstände der Infopark AG in Berlin Bernd Völcker und Stefan Krause">

Suchmaschinen können Bilder nicht lesen. Daher benötigen Sie einen Text, der Ihnen hilft, diese für ihre Suchergebnisse zu bewerten. Die alternativen Texte müssen möglichst gut wiedergeben, was sich hinter dem Medium verbirgt.

Verweise innerhalb der Seite

Wer seine eigene Website schätzt, verlinkt auch Inhalte untereinander. Es wäre vorteilhaft, wenn der Link zu einer anderen Seite innerhalb der Website ebenfalls eine alternative Beschreibung enthält. In der URL sind zudem passende Schlagworte zu verwenden.

Wichtig ist auch, dass der Inhalt hinter dem Link zur Beschreibung passt. Verweise werden als Empfehlung angesehen - empfehle ich viele Seiten aus meinem Repertoire weiter, wird mir dies positiv angerechnet. Doch auch hier dürfen Redakteure nicht übertreiben.

SEO-Self-Service

Viele Dinge der OnPage-Optimierung lassen sich "im Alleingang" realisieren. Durch Online-Tools wird dies auch erleichtert. Auch Website-Software wie Content Management Systeme erleichtern die Arbeit, wenn sie beispielsweise die Meta-Attribute, Bildbeschreibungen usw. abfragen und automatisch im HTML-Code der Website eintragen oder nur eine h1-Überschrift erlauben. 

Beispiel für ein CMS, dass das Eintragen von Meta-Attributen abfragt.