Vier Fragen vor der Digital:Relaunch 2019

Video-Interview mit Bernd Völcker

Im Video-Interview mit Bernd Völcker spricht der CEO und Gründer der Infopark AG über spannende Entwicklungen der Digitalisierung, erörtert und bewertet Trends und gibt Digitalisierungs-Verantwortlichen drei Tipps zur Umsetzung. Abschließend verrät Ihnen Herr Völcker, was Sie von seinem Vortrag auf der Digital:Relaunch Konferenz erwarten können.

Zum siebten Mal findet am 11. und 12. Februar 2019 die Digital:Relaunch Konferenz in Berlin statt. Das zweitägige Event rund um die wichtigsten Trends, Strategien und Herausforderungen des digitalen Wandels vermittelt mit hoher Frequenz Wissen für Entscheider, Macher und Führungskräfte.

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Transkription

Q: Was sind die derzeit spannendsten Entwicklungen bei der Digitalisierung?

In der Digitalisierung ist natürlich alles spannend.

Im Geschäftsleben ist es so, dass z.B. Unternehmen, wie ganz normale Händler, zunehmend zu Tech-Unternehmen werden.

In der IT kann man sehen, dass die Cloud einzieht und das eigene Rechenzentrum überflüssig macht.

Für die Usability kann man sehen, dass etwa Personalisierung maßgeschneiderte Kommunikationsangebote möglich macht oder die Spracheingabe, wie wir sie jetzt mit den Voice Assistants sehen, letztendlich die Tastatur und die Gestik überflüssig machen werden.

Weiterhin sollte man auch nicht vergessen, dass in der Infrastruktur das 5G einziehen wird. Damit wird Mobile nochmal einen großen Schub bekommen und natürlich ist es so, dass immer mehr ganz normale Geräte mit Internet ausgestattet sind, also Internet of Things, IoT, wird auch eine große Rolle spielen.

Damit kann man eigentlich, egal in welchem Bereich man schaut, sehen, dass sich die Digitalisierung und der Nutzen der Digitalisierung sich selbst verstärkt und munter voranschreitet.

Q: 3 Tipps für Digitalisierungs-Verantwortliche, die man sofort umsetzen kann.

Ja, mein erster Tipp ist, dass, bevor man die komplette eigene IT in eine cloudbasierte Plattform wie zum Beispiel Amazon Web Services umzieht, sollte man das im Kleinen ausprobieren. Man kann zum Beispiel die eigene Website nehmen, das alte CMS austauschen und eine neues cloudbasiertes CMS wie zum Beispiel Scrivito einsetzen und dann erste Erfahrungen sammeln.

Mein zweiter Tipp ist, die Arbeitsweise zu verändern und sich geistig von Pflichtenheften und jahrelangen Roadmaps zu verabschieden.

Stattdessen sollte man insbesondere in der Planung und in der Nutzung ein agiles Projektmanagementverfahren einsetzen und dafür zum Beispiel Scrum nutzen.

Und mein dritter Tipp wäre, bevor man überhaupt anfängt mit der Digitalisierung, sich in etwa über die Ziele der Digitalisierung im Klaren zu sein und leichtgewichtig eine Webstrategie zu entwickeln. Das kann man in zwei bis drei Wochen hinbekommen. Dafür sollte man sich einen externen Strategiemoderator buchen, mit dem zusammen dann eine digitale Strategie entwickeln, weil dadurch einfach die Zielgenauigkeit, der Zielrealismus und die Zielklarheit steigen.

Q: Welche Trends werden maßlos überschätzt?

Ja, eigentlich wird am Anfang jeder Trend überschätzt, ist egal, ob das Blockchains, ICO, Artificial Intelligence, Content Marketing, 360 Video oder was auch immer ist, am Anfang gibt es immer einen großen Hype.

Nach einer Weile und nach dem Höhepunkt des Hypes setzt dann eine gewisse Ernüchterung ein und die Trends kommen in der Praxis an.

Blockchains sind dafür ein schönes Beispiel. Die waren im letzten Jahr in den Medien das Allheilmittel für alles. Das ist mittlerweile sehr viel ruhiger geworden.

Das bedeutet aber nicht, dass diese großartige Technologie jetzt irgendwie nutzlos ist, sondern es bedeutet nur, dass auch im Technologiebereich die Produkte gewissen Reifungsprozessen unterworfen sind, und so ist das mit den Blockchains eben auch.

Trau keinem unter Version 3.0 gilt natürlich auch bei der Digitalisierung.

Q: Was dürfen wir von Deinem Vortrag auf der Digital:Relaunch erwarten?

Also ich möchte vor allen Dingen zeigen, was Unternehmen heute konkret machen müssen, um erfolgreich zu digitalisieren.

Deshalb werde ich anhand von Praxisbeispielen erläutern, die aus Kundenprojekten kommen, wie das andere getan haben.

Dann kann man sehr schön sehen, wie andere Unternehmen beginnend mit der Entwicklung einer digitalen Strategie über die Planung und Umsetzung hin zu erfolgreichen Digitalprodukten gekommen sind und was die wesentlichen Erfolgstreiber dabei waren.

Das hat natürlich auch was mit Trends zu tun, aber meiner Meinung nach ist heute das Machen und die Erfahrung aus Projekten das eigentlich Wichtige.

Deshalb freu ich mich auch insbesondere auf die neuen Workshops, die dieses Jahr ja auch auf der Digital:Relaunch-Konferenz angeboten werden.